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Johan Månssons Seebuch der Ostsee von 1644

Eine – fast vergessene – Erfolgsgeschichte

Boye Meyer-Friese und Albrecht Sauer
Bremerhaven: Deutsches Schifffahrtsmuseum; Wiefelstede: Externer Link: Oceanum Verlag
Schriften des Deutschen Schifffahrtsmuseums, Band 73

1. Auflage 2019, 10 Abbildungen, 112 Faksimileseiten, bedruckte Vorsätze, 21 x 27 cm, gebunden, mit farbigem Schutzumschlag und drei großformatigen Seekarten auf losen Beilagen
ISSN 0343-3625ISBN 978-3-86927-073-9
keine Preisangabe
Erscheint vorauss. Winter 2019/2020.
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Zum Inhalt


1644 veröffentlichte Johan Månsson in Stockholm »Een Siö-Book … Om Siöfarten i Öster-Siön« und erfüllte damit einen Auftrag der schwedischen Admiralität. Der Nutzen des Seebuchs und seine Wertschätzung durch die Ostseefahrer sind an den Übersetzungen und Auflagen ablesbar, die für dieses kleine, aber inhaltsschwere Werk nachweisbar sind. Es wurde aus dem Schwedischen ins Deutsche, Dänische und Russische übersetzt. Dreiundzwanzigmal wurde es wiedergedruckt, zuletzt 1786.

Über 140 Jahre war das Seebuch die maßgebliche Literatur der Seeleute für die Navigation auf der Ostsee. Damit wird ein breiter Publikationserfolg dokumentiert, der vor dem 19. Jahrhundert in der Geschichte der Navigation beispiellos ist. Diese Tatsache wurde vergessen, weil von den auf den Schiffen benutzten Seebüchern naturgemäß nur sehr wenige Exemplare erhalten geblieben sind. Die liegen in Bibliotheken und Archiven rund um die Ostsee und erweckten in den letzten 200 Jahren nur das Interesse einiger Historiker.

Der Faksimile-Reprint ist nicht nur eine Quellenveröffentlichung, sondern soll an die vergangene, große navigatorische Bedeutung der originalen Bücher erinnern. Zugleich kann mit dem Nachdruck ganz aktuell vorgeführt werden, dass der exzellente Inhalt des Seebuchs auch heute noch nutzbar gemacht werden könnte, wollte man es darauf anlegen.

Umrahmt wird der Nachdruck von mehreren kommentierenden Beiträgen. Der erste von Albrecht Sauer würdigt das Seebuch der Ostsee im Rahmen der Navigationsgeschichte und vor dem Hintergrund der Entwicklung der Seebücher der nördlichen Hälfte Europas seit dem Spätmittelalter.

In einem anderen Beitrag von Boye Meyer-Friese wird der Inhalt des Buches aus der Sicht des segelnden Seemannes im 17. und 18. Jahrhundert untersucht. Die zum Teil überraschenden Ergebnisse geben einen erhellenden Aufschluss über die Praxis der Seefahrt auf der Ostsee. Sie verschieben das bisherige Geschichtsbild, das vorrangig die theoretischen Möglichkeiten der Navigation anhand der an Land entwickelten neuesten Ergebnisse von Geowissenschaft und Messinstrumenten feierte. Nun kann gezeigt werden, dass das Tempo der Einführung neuer navigatorischer Finessen und Hilfsmittel doch sehr viel langsamer war als bisher in der Geschichtsschreibung angenommen. Grundlegende Seemannschaft, konservative Routine und reflektierte Erfahrung bestimmten weit länger und in umfänglicherem Maße das praktische Handeln an Bord eines Segelschiffes, das unter dem Einfluss der nassen und windigen Gegebenheiten auf See stand und in vergleichsweise engen Gewässern navigierte. Außerdem wird gezeigt, wie eng die Verknüpfung zwischen Seefahrt und Religion war und welchen Sinn der große Anteil von »Seegebeten« in den deutschen und dänischen Exemplaren auch für die Ostsee haben sollte.

Hier war das »Seebuch der Ostsee« für anderthalb Jahrhunderte das genau richtige Vademecum.


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