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PDF: Programmflyer April-Juli 2018 (1,2 MB)

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Interview mit Direktorin Sunhild Kleingärtner

Auf zu neuen Ufern

Das Deutsche Schiffahrtsmuseum (DSM) in Bremerhaven wird nachhaltig und sichtbar modernisiert.

So steht der Erweiterungsbau mit den markanten großen Fenstern unmittelbar vor der Instandsetzung. Bis Anfang Juli 2018 ist die Ausstellung im denkmalgeschützten Scharoun-Bau noch geöffnet. Dann beginnen auch dort umfangreiche Sanierungsarbeiten, um das maritime Leibniz-Forschungsmuseum für die Zukunft neu aufzustellen. In der Übergangszeit werden die Besucher*innen gemeinsam mit dem DSM auf diese spannende Umbau-Reise gehen. Direktorin Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner erläutert die wesentlichen Punkte der Umbaupläne und die Idee hinter dem neuen Ausstellungskonzept.

 Das DSM wird sich schon in der jetzt einsetzenden Übergangszeit und nach dem Umbau im Jahr 2021 mit völlig neuen Inhalten und Geschichten rund um seine Exponate präsentieren. »Mensch & Meer« ist die Überschrift. Was steckt dahinter?

Wir werden die Inhalte unserer Arbeit für die Öffentlichkeit noch stärker sichtbar und erlebbar machen. Die Besucher erleben Forschung und werden ein Teil davon. Die enge Verbindung zwischen Mensch und Meer ist das zentrale Thema mit vielen spannenden Bausteinen. Dazu gehört sowohl die Meeresforschung als auch die Entwicklung der Passagierschifffahrt bis zum heutigen Kreuzfahrtschiff oder die Nutzung der Meere als Rohstoff-Lieferant, Müllkippe und Erholungsraum. Der Schiffbau mit seinen reichen Facetten zwischen Technik und Akteuren spielt nicht nur bei der Bremer Kogge eine wichtige Rolle im neuen DSM, sondern auch für das 20. und 21. Jahrhundert. Es geht uns um Materialität, Interessen und Wahrnehmung im Zusammenhang mit den Schiffen.

Das klingt nach viel Arbeit und einer großen Herausforderung. Wie weit sind Sie aktuell?

Der Umbau eines Museums, das unter Denkmalschutz steht, ist eine komplexe Angelegenheit. Wir konnten Mitte 2017 anfangen, den Bangert-Bau auszuräumen. Das war vor allem wegen der vielen großen und schweren Boote sehr anspruchsvoll. Teilweise waren sogar Kran und Radlader im Einsatz. Bestimmte Dinge – wie das beliebte Pottwal-Skelett – haben wir praktischerweise unter der Gebäudedecke hängen lassen und sicher eingepackt. Es wird wieder Teil der neuen Ausstellung sein. Insgesamt mussten 1.001 Exponate sorgfältig erfasst, verpackt und transportiert werden. Das war viel Arbeit und entsprechend zeitaufwändig. Nun geht es an die Sanierung des Bangert-Baus – im Wesentlichen die Erneuerung der Elektrik – und die Umsetzung des neuen Ausstellungskonzeptes. Die Sanierung berührt derzeit nicht den Innenraum, so dass wir ihn parallel für temporäre Ausstellungen nutzen können, in denen wir den Besuchern neue Perspektiven auf unsere Exponate anbieten.

Die Räumlichkeiten des DSM sind begrenzt und das geplante Magazin ist noch nicht gebaut. Wo sind die Exponate und wie sicher sind sie eingelagert?

Wir konnten dafür eine externe Halle anmieten, die beste Bedingungen für die vorübergehende Einlagerung der Ausstellungsstücke bietet – sowohl klimatisch als auch hinsichtlich Einbruchsschutz und Brandsicherheit. Die Planungen für das neue Magazin im Fischereihafen kommen gut voran. Wir haben das Grundstück an der Eichstr.13 im vergangenen Jahr bereits gekauft und die Gebäudeplanung ist fast fertig. Ich rechne Anfang 2020 mit der Eröffnung.

Wie geht es weiter mit dem Umbau im DSM?

Am 1. Juli 2018 wird der Scharoun-Bau für den Umbau geschlossen, und die rund 180.000 Exponate vom Mützenband bis zu den Galionsfiguren werden ausgeräumt. Nicht nur der Ausstellungsraum muss geräumt werden, sondern auch die Magazinräume im Keller. Abhängig von der Fertigstellung der Sanierung wird die Ausstellung parallel neu konzipiert. Planerisch gehen wir aktuell weiterhin von der abschließenden Neugestaltung für das Frühjahr 2021 aus. Eine spannende Zeit für das DSM.

Wie werden die Besucher*innen in der Zeit mitgenommen, in der Teile des Museums übergangsweise nicht zu sehen sind?

Wir wollen das DSM gemeinsam mit unseren Besuchern auch während der Bauzeit zu einem Erlebnis machen – und das bestenfalls ohne Eintritt. »Pay what you want – bezahlen, wie viel man möchte« ist das Konzept. Die Kogge-Halle zum Beispiel ist bereits saniert und auch während der Bauphase geöffnet. Die Schiffe im Museumshafen können besichtigt werden. Parallel dazu werden wir die Besucher*innen aktiv in den Umbau des DSM einbinden. So wird es im ausgeräumten Scharoun-Bau beispielsweise verschiedene Aktionen geben, bevor die Sanierung beginnt. Dieses besondere Gebäude im Übergang zur neuen Ausstellung zu erleben, ist eine Gelegenheit, die es nie wieder geben wird. Außerdem arbeiten wir mit Hochdruck an einer neuen Website und werden künftig auch über diese sowie über Social Media mit unseren Besucher*innen aktiv und mit unterschiedlichen Formaten in Dialog treten.

Das DSM sucht ein neues Gestaltungsbüro für die Ausstellungen. Weshalb und wie geht es jetzt weiter?

Wir haben uns tatsächlich gemeinsam mit dem Planungsbüro IGLHAUT + von GROTE dafür entschieden, die Zusammenarbeit zu lösen. Die Berliner Agentur hat beim Umbau der Kogge-Halle ganz hervorragende Arbeit geleistet. Für die Konzeption der weiteren Ausstellungen setzen wir nun auf neue Impulse. Wir bereiten gerade die Ausschreibung für die Zusammenarbeit mit einem anderen Partner vor. Dies erfolgt sehr sorgfältig gemeinsam mit der Behörde und in der Zusammenarbeit mit Fachleuten. Dabei geht es zum Beispiel auch um die Frage, ob es eine Gesamtausschreibung oder eine funktionelle Aufteilung der Gewerke geben wird. Erst nach erfolgter Ausschreibung und Auswahlverfahren wissen wir, mit wem wir weiter arbeiten. Alle Beteiligten bemühen sich, das Verfahren schlank zu halten, um zügig weiter voran zu kommen.

Wirkt sich das auf die geplanten Umbauphasen aus?

Die Reihenfolge, in der die neuen Ausstellungen gezeigt werden, wird durch den Sanierungsbedarf der Gebäude bestimmt. Das vergleichsweise junge Bangert-Gebäude kommt daher zuerst dran. Der aus den 1970er Jahren stammende Scharoun-Bau hingegen ist stark sanierungsbedürftig. Wir werden schon während des Umbaus die Chance nutzen, diese starke Architektur den Besuchern im Rahmen bestimmter Aktionswochen zugänglich zu machen. Das ist sicherlich auch für Architekturfans von großem Interesse. Der Bangert-Bau mit seinem markanten weißen Spitzdach wird als erstes wieder mit Exponaten und spannenden Erlebnissen gefüllt – vom Walfang bis zur Meeresforschung. Der genaue Eröffnungstermin muss dann mit dem neuen Gestaltungsteam fixiert werden. Ursprünglich war die Neugestaltung der Ausstellung für den Herbst 2018 geplant. Je nach Verlauf der Ausschreibungen erwarten wir aktuell eine Verlängerung der Umbauphase von bis zu einem Jahr.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, den Bangert-Bau in dieser Zeit mit Sonderausstellungen zu bespielen. Ab Sommer zeigen wir dort anlässlich des Europäischen Jahres des Kulturerbes die Ausstellung »Zahn der Gezeiten – maritime Kulturerbe unter der Lupe«. Hier erfahren die Besucher*innen hautnah, wie die Exponate für die neue Ausstellung vorbereitet werden. Was gehört zur täglichen Arbeit unserer Wissenschaftler*innen, um das Kulturgut zu schützen und zu bewahren? Auch das zeigen wir anschaulich in dieser Ausstellung. Damit ermöglichen wir einen sicher interessanten Blick hinter die Kulissen unseres Forschungsmuseums. Das Ausstellungskonzept wurde gemeinsam mit den sieben Leibniz- Forschungsmuseen entwickelt, verbindet uns also mit den Bund-Länder finanzierten Museen in Bochum, Bonn, Nürnberg, Mainz, Frankfurt, München und Berlin.

Mehr Organisation bedeutet meistens auch mehr Geldbedarf. Für den Umbau des DSM stehen rund 42 Millionen Euro zur Verfügung. Was ist damit umsetzbar und welche Summen sind bereits verplant oder verbaut?

Das gesamte Geld ist mittlerweile verplant – für die Sanierung der Bestandsgebäude, die Ausstellung und den Neubau unseres Forschungsdepots. 3,8 Millionen Euro davon sind bereits in die Neugestaltung der Kogge-Halle investiert worden. Wir arbeiten mit Kostendeckel, sodass unsere Umbaupläne nur das beinhalten, was auch finanziell darstellbar ist. In 2017 sind vom Land zwei Millionen Euro für Baumittel an das DSM ausgezahlt worden. Nach dem aktuellen Stand erwarten wir in 2018 eine Auszahlung von fünf Millionen Euro. Dies wurde uns von der senatorischen Dienststelle bestätigt. Darüber hinaus gibt es weitere Pläne, für die dann auch weiteres Geld eingeworben werden muss.

Wann können die Besucher*innen des DSM mit was genau rechnen?

Am Wochenende vom 30. Juni auf den 1. Juli 2018 laden wir herzlich zum »Zukunftswochenende« ins DSM ein. Hier gibt es alle Informationen rund um das neue DSM als Forschungsmuseum, die Umbaupläne und Ausstellungskonzepte, viele Bilder und unsere Wissenschaftler*innen geben zu ihren Themenbereichen Auskunft.

Doch bis dahin eröffnen wir noch zwei Sonderausstellungen. Am 6. Mai 2018 startet die Werksausstellung

»Gegen den Strom – Flussschiffe im Mittelalter«. Am 13. Mai 2018, dem Internationalen Museumstag, haben wir ein buntes Programm mit Workshops und Führungen und eröffnen die Familienausstellung

»Willst Du mit mir segeln gehen?«, die dann bis zur Schließung des Scharoun-Baus dort zu sehen sein wird. Über die Sonderaktionen informieren wir über unsere Webseite, über Social Media und Printprodukte.

Und der Scharoun-Bau neben der Kogge-Halle?

Wir wollen den umgestalteten Scharoun-Bau im Frühjahr 2021 wiedereröffnen. Dann ist das DSM ein komplett neues Erlebnis und für die Zukunft neu aufgestellt. Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam mit unseren Besucher*innenn zu gehen und haben in dieser Zeit verschiedene Überraschungen in Planung – die ich aber jetzt natürlich noch nicht verraten kann. Sonst wären es ja keine Überraschungen mehr.

Zu guter Letzt: Wie ist das Museumscafé ab Juli 2018 für Gäste zu erreichen?

Das Museumscafé ist ab Juli 2018 von der Deichseite aus zugänglich und noch bis Jahresende geöffnet. Der Scharoun-Bau wird ja zunächst ausgeräumt, sodass die Gäste nicht durch Baulärm gestört werden. Da die Kogge-Halle dann mit freiem Eintritt zugänglich ist und wir im August im Bangert-Bau die Sonderausstellung eröffnen, wird das Café sicher weiter gut frequentiert. Es wird dann ausgeschildert sein. Wir haben versucht, einen Weg zu finden, das Café während der gesamten Umbauphase offen zu halten. Dies ist aber schon allein technisch leider nicht möglich.

Pressearbeit:
Tine Klier, textpr+, 0421-56517-27, presse at dsm.museum

 
www.dsm.museum

News-Artikel vom 24. April 2018