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RAU IX Neu

Walfänger mit bewegter Geschichte

RAU IX
Bremerhaven: Selbstverlag DSM
Texte: Stefan Kruecken; Fotos: Axel Martens u.a.; Redaktion: Erik Hoops
Ausstellungs-Booklet Nr. 03

1. Auflage 2018, 28 Seiten, 14 überwiegend farbige Abbildungen, 14,8 x 21 cm, Broschur mit farbigem Umschlag, 80 g
ISBN 978-3-947235-04-9
7,90 EUR Kaufen
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Zum Inhalt

Die RAU IX ist eine Schönheit auf den zweiten Blick. Neben anderen Schiffen des Museumshafens, wie etwa der Nordischen Jagt GRÖNLAND, der SEUTE DEERN oder auch dem Schlepper STIER, mag sie zunächst eher unscheinbar wirken. Doch wer an Bord des Schiffes geht, der kann maritime Geschichte spüren und erleben. Die RAU IX dient auch als eine Erinnerung daran, wie einst mit der Natur und dem Ozean umgegangen wurde.

Die Geschichte des Walfangdampfers RAU IX handelt auch davon, wie der Mensch in ein Ökosystem eingriff und es schädigte. Mit Schiffen wie diesem sind Männer monatelang auf See gewesen, um in der Antarktis Wale zu jagen. Dokumente im Archiv des DSM belegen, wie gnadenlos effizient sie dabei am eisigen Ende der Welt vorgingen. Es war eine Zeit, in der heutige Maßstäbe an Umweltschutz und Artenschutz keine Rolle spielten.

Wieso das Schiff 1939 in Wesermünde (dem heutigen Bremerhaven) überhaupt vom Stapel lief, erklärt der Wissenschaftler Ole Sparenberg im Kapitel »Interessen«. Die Nationalsozialisten verfolgten den Plan, mit den vermeintlich unerschöpflichen Ressourcen des Ozeans eine »Fettlücke« in der Versorgung der Bevölkerung zu schließen. Das Walöl sollte zur Herstellung von Margarine eingesetzt werden. Es war der Margarinehersteller Rau, der das Schiff bauen ließ. Unabhängigkeit von den Lieferungen anderer Staaten sollte das Ziel sein – doch dazu kam es nicht. Wie der »Nazi-Traum von Fish & Ships« scheiterte, erläutert Sparenberg in seinem Beitrag.

Mit der Materialität des Schiffes beschäftigt sich Dennis Niewerth. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Schiffmodelle des Museums für den virtuellen Raum zu erfassen. Dies ist Pionierarbeit, die noch nicht in vielen Museen geleistet wird. Wie er nach der richtigen Methode sucht und wie sich sein Verständnis für Details an Bord der »echten« RAU IX verändert hat, lesen Sie im Kapitel »Materialität«.

Wer sich als Besucher an Bord des 48 Meter langen Schiffes begibt, wer die Enge der Gänge und Kammern erlebt oder in den Maschinenraum hinabsteigt, der bekommt einen Eindruck davon, wie entbehrungsreich das Leben für die Besatzung gewesen sein muss. Kälte, Stürme und harte Arbeit setzten den Walfängern zu. »Manchmal wirkt es beklemmend, sich mit dem blutigen Geschäft auseinanderzusetzen«, sagt die Wissenschaftlerin Charlotte Colding Smith. Sie hat sich dem Kapitel »Wahrnehmung« gewidmet.

Erleben Sie an Bord der RAU IX und mit diesem Booklet maritime Geschichte.